fasten your seatbelt
Geschichte
        Werbung  Mitglied beim page2page- Bannertausch Werbung
Mitglied bei page2page


Der Limes

Die Ostgrenze des Römischen Reiches (40 v. Chr. - 260 n. Chr.)

Der Limes ist das größte Bodendenkmal Europas, dessen Reste im heutigen Bundesland Baden-Württemberg zu besichtigen sind. Der Limes stellte die befestige Ostgrenze des Römischen Reiches zu den Germanen dar. Auf seinem 568km langen Verlauf von Koblenz am Rhein bis Eining an der Donau befinden sich über 60 Kastelle und ca. 900 Wachtürme. Der Begriff Limes bezeichnet ursprünglich einen Boten- oder Postenweg. Erst später verstand man darunter einen Weg zur Abgrenzung von Gebiet. Dies führte zu unserem heutigen Synonym für die Römische Reichsgrenze.

Aufgabe des Limes:

Die Aufgabe des Limes bestand vor allem in der Grenzmarkierung zu den Germanen. Zudem diente er als Räuberabwehr und zur Steuerung bzw. Kontrolle des Handels und Warenverkehres. Die römische Propaganda nutzte den Limes als eine Machtdemonstration, als Befestigungsanlage war er jedoch zu schwach und die Turmabstände zu groß.

Soldaten:

Am 382km langen obergermanischen Limes waren durchschnittlich 18000 Grenzsoldaten und in die Legionen von Straßburg und Mainz mit nochmals 10000 Legionären stationiert. Der rätische Limes verfügte auf einer Strecke von 166km über 11000 Soldaten

Bauwerke am Limes:

Zur Unterbringung der Soldaten verwendete man je nach Truppengattung unterschiedliche Gebäude. In den Kohortenkastellen wurden auf einer Fläche von ca. 3ha biss zu 1000 Infanteristen stationiert. Dies waren Auxiliar-Einheiten, Hilfstruppen aus der Bevölkerung, die für 25 Jahre Kriegsdienst leisteten. Bis zu 1008 Reiter nebst Pferden wurden in den ca. 6ha großen Alenkastellen untergebracht. Direkt in Limesnähe befanden sich 0,2ha große Kleinkastelle, in denen eine Centurie mit ca. 80-100 Mann ihren Dienst versah. Die Kleinkastelle dienten besonders der Aufklärung. Abkommandierte Legionäre wurden für bis zu zwei Jahre in sogenannten Beneficiarii-Stationen stationiert und kontrollierten von hier aus den Warenverkehr am Limes.

Bauphasen:

Caesar / Claudius (44 v. Chr. - 40 n. Chr.):

Nach der Eroberung Galliens durch Caesar galt der Rhein als Ostgrenze des Römischen Reiches. Unter Kaiser Claudius wurde der Donaulimes mit Holz- und Erdkastellen befestigt und somit auch eine Nordgrenze zu den Germanen geschaffen. Danach begann man mit dem Bau von Kastellen am Rhein, zur Sicherung des Rheintales.

Flavische Zeit (69 - 100 n. Chr.):

Durch den Bau einer Straße zwischen Straßburg und der Donau wurden auch hier Kastelle zum Schutz der Straße notwendig. 80 n. Chr. entstanden somit die ersten Kastelle auf der Schwäbischen Alb. Durch die Vertreibung der Chatten aus dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Hessen konnte man die Grenze erneut anpassen und nordöstlich verschieben. Zwischen 85 und 90 n. Chr. entstanden nun auch Kastelle am Neckar, somit entstand der Neckarlimes. Durch die Gründung der neuen Provinzen Obergermanien (gemania superior) und Rätien (raetia) 89 n. Chr. konnte der Ausbau des Limes weiter vorangetrieben werden.

Trajan / Hadrian (100 - 138 n. Chr.):

Eine geschlossene Grenze entstand erst 100 n. Chr. durch den Bau des Odenwaldlimes zwischen Neckar und Main. Diese wurde in der Folgezeit durch Holztürme, Kastelle und Kleinkastelle verstärkt. Zur Sicherung der Grenze wurden sogenannte Numeri, britische Truppen mit einer Stärke von ca. 150 Mann und einem römischen Kommandeur, am Limes stationiert. 120 n. Chr. wurde unter Kaiser Hadrian der bis jetzt meist nur aus einem Wall bestehende Limes durch einen Palisadenzaun verstärkt. Zwischen 145 und 147 n. Chr. wurden dann zusätzliche Steintürme auf der gesamten Länge des Limes errichtet.

Grenzkorrektur:

Um 150 n. Chr. wurde der Limes noch einmal ca. 30km ostwärts verschoben. Hier zeigt sich die Baukunst der römischen Architekten, die es schafften den Limes als eine gerade Linie von Miltenberg am Main bis ins Remstal zu führen, ohne Rücksicht auf die geographischen Gegebenheiten.

Während seiner über 100jährigen Ausbauzeit erhielt der Limes starke regionale Unterschiede.

Rätischer Limes

Obergermanischer Limes

Am Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurde der Limes in der Provinz Rätien mit einer festen Mauer und Steintürmen versehen. Im Volksmund bekam er die Bezeichnung "Teufelsmauer". Der Limes in der Provinz Obergermanien wurde als Graben mit einem Wall und einer Palisade errichtet, so dass er die Bezeichnung "Pfahlgraben" erhielt.

 

Literaturangabe:

- http://home.t-online.de/home/Bernd.Hummel/

- http://www.wetzlar-online.de/roemer/

 

Copyright © 2000 fys-online.de ( Sven Döring )