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Geschichte
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Die Ostfront im Ersten Weltkrieg (1914-1918)

Schlachten bei Tannenberg und an den Masurischen Seen

(August / September 1914)

 

Einleitung  
   
  russischer Aufmarsch
  deutsche Defensive
  Schlacht von Gumbinnen
  General von Hindenburg
  Schlacht bei Tannenberg und an den Masurischen Seen
   
weiterer Kriegsverlauf  
   
  1915
  1916 und 1917
  1918
   
Literaturangabe  

Einleitung:

Im Gegensatz zur steckengebliebenen Offensive im Westen war der Verlauf des Krieges im Osten für das Deutsche Kaiserreich erfolgreicher. Die strategische Entfaltung im Osten verlief jedoch langsamer als die im Westen, da gut ausgebaute Straßen- und Eisenbahnstrecken fehlten.

Der russische Aufmarsch:

Zu Beginn des Krieges waren die meisten Truppen des Deutschen Reiches durch den Schlieffen-Plan an der Westfront im Einsatz. Russland griff das somit unvorbereitete Deutsche Reich unerwartet früh an. Dies geschah auf Drängen des französischen Generalstabes, dem der russische Generalstabschef, General Schilinstij kurz vor Kriegsanfang versprach 800000 Mann zum Angriff gegen das Deutsche Reich zur Verfügung zu stellen. Um jedoch nicht der österreichisch-ungarischen Armee ausgeliefert zu seien entwickelte man zwei Hauptpläne.

"Fall A >Austria<": der Hauptangriff gegen Ö/U, Nebenangriff gegen das Deutsche Reich

"Fall G >Germania<": der Hauptangriff gegen Deutschland, Nebenangriff gegen Ö/U

Als am 6. August 1914 Klarheit darüber bestand, dass die deutsche Offensive sich gegen Westen richtete, trat Plan A in Kraft, bei dem zwei Armeen gegen das Deutsche Reich und vier gegen Ö/U aufmarschieren sollten. Reserven wurden bei St. Petersburg und gegen Rumänien zurückgehalten. In der Sicherheit, der erwarteten deutschen Schwäche, entschloss sich die Heeresleitung unter Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch am 7.8.1914 zur Bildung einer 9. und 10. Armee um Warschau. Diese sollten bis zur Linie Thorn - Breslau vorrücken. Oberbefehlshaber der Nordwestfront war General Schilinskij. Er marschierte mit der l. Armee nördlich (Njemen-Armee, Oberbefehl General von Rennenkampf) und der 2. Armee südlich (Narew-Armee, Oberbefehl General Samsonow) hinter der befestigten Bobr-Narew Linie auf. Die l. Armee sollte nördlich, die 2. Armee westlich der Masurischen Seen zum doppelt umfassenden Angriff antreten.

Die deutsche Defensive:

Auf deutscher Seite gab es die 8. Armee, deren Oberbefehlshaber Generaloberst von Prittwitz war. Nach dem 7.8.1914 rechnete er mit dem Vormarsch der Narew-Armee, während es schien, als seien weite Teile Polens geräumt. Deshalb entschloss er sich den Aufmarsch gegen Osten zu lenken und trotzdem eine Verbindung zur Weichsel aufrecht zu erhalten. Im Bestreben seine Aufgabe im Grenzschutz aktiv zu lösen, stieß der General der Infanterie, von Francois am 17.8.1914 selbständig gegen die anmarschierende Narew-Armee vor. Bei einem Gefecht bei Stallupönen, gab es Teilerfolge für die deutsche Armee, doch das Gefecht wurde durch die deutsche Heeresleitung abgebrochen.

Schlacht von Gumbinnen:

Die 8. deutsche Armee (Oberbefehlshaber Generaloberst von Prittwitz) marschierte mit insgesamt 9 Divisionen in Ostpreußen ein. Ihr gegenüber entfaltete sich zwischen dem Njemen und der Narew die russische Nordwest-Front bestehend aus der l. russischen Armee (OBH General Rennenkampf) und der 2. russischen Armee (OBH General Samsonow), mit insgesamt 30 Infanterie- und 9 Kavalleriedivisionen. Die Divisionen der 8. Armee erreichten bis zum 10.8. ihre Konzentrierungsräume. Die russischen Streitkräne hatten den wegen des Westfrontkrieges (3.8.1914) zögerlichen Vormarsch der Deutschen zu einer Offensive genutzt. Seit dem 17.08.1914 rückte die russische Armee nordöstlich und seit dem 19.08.1914 die 2. Armee südwestlich der Masurischen Seen vor. Ihr Ziel war es, die 8. deutsche Armee doppelseitig zu umfassen. Trotz ungünstigen Kräfteverhältnisses fasste der deutsche OBH den Entschluss, die im Aufmarsch befindliche l. russische Armee anzugreifen. Beide Seiten trafen in der Schlacht von Gumbinnen (l 9.-20.8.) aufeinander. Um einer Einkesselung zu entgehen, brach der OBH der 8. Armee die am Vortag eröffnete Schlacht ab und befahl den Rückzug der deutschen Truppen hinter die Weichsel. Die Russen konnten aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit den deutschen Truppen jedoch schwere Verluste zufügen.

Paul von Beneckendorff und von Hindenburg:

Paul von Hindenburg wurde am 2.10.1847 in Posengeboren und starb am 2.8.1934 in Neudeck (Westpreußen). Nachdem der Oberbefehlshaber der 8. deutschen Armee Generaloberst von Prittwitz den Rückzug der Deutschen nach der Schlacht von Gumbinnen hinter die Weichsel befahl, sollte er durch einen entschlosseneren General ersetzt werden. Für diese Aufgabe war General Paul von Hindenburg der Wunschkandidat. Für Hindenburg, den leidenschaftlichen General, der seit 1911 im Ruhestand lebte gab es auf die Anfrage der OHL, ob er nicht den Oberbefehl der 8. deutschen Armee übernehmen würde nur eine Antwort - ja. Hindenburg reiste kurzerhand nach Ostpreußen. Ihm zur Seite stand Generalstabschef Ludendorff. In der Schlacht vom 23.-31.08.1914 bei Tannenberg, sowie bei der Schlacht vom 6.-15.09.1914 an den Masurischen Seen setzten sich beide durch die errungenen Siege ein Denkmal. Unter der deutschen Bevölkerung sprach man nur noch vom "Mythos Hindenburg". In Berlin wurde nach den Erfolgen an der Ostfront der Stabschef der OHL - Falkenhayn durch den Oberkommandierenden an der Ostfront - Hindenburg abgelöst. Offizieller Grund für den Wechsel war der von Falkenhayn nicht erwartete Kriegseintritt Rumäniens. Für Kaiser und Kanzler steht aber vor allem der legendäre Ruf Hindenburgs nach seiner erfolgreichen Verteidigung Ostpreußens im Vordergrund. Volk und Soldaten sollten durch die Berufung des Volkshelden noch einmal bis zum äußersten motiviert werden.

Schlachten bei Tannenberg und an den Masurischen Seen:

Weil Russland für Deutschland unerwartet früh an der Ostfront angriff, hatten die russische Narew-Armee und die russische Njemen-Armee keine Probleme, die nur zum Schutz aufgestellte, deutsche 8. Armee zurückzudrängen. Generaloberst von Prittwitz und Gaffron bekam kalte Füße und dachten an einen Rückzug bis zur Weichsel. In Windeseile flohen die Bewohner mit wenig Besitz vor den russischen Armeen. Die Russen vernichteten alles, was sie nicht fortschaffen konnten, töteten viele Bewohner und schickten die, die zum Kriegsdienst noch tauglich waren, nach Sibirien. Der Kaiser erkannte, dass er etwas unternehmen müsse. Er setzte Prittwitz ab und gab den Oberbefehl in Hindenburgs Hand und stellte ihm Erich von Ludendorff als Generalstabchef zur Seite. Am 23.08. reisten beide nach Ostpreußen, um in einem riskantem Manöver zu retten, was noch zu retten war. Hindenburgs Plan war wie folgt: Er wollte die russische Narew-Armee im großem Bogen umzingeln und dann von allen Seiten angreifen. Dieser Plan war deswegen so riskant, weil beide Armeen nur einen Tagesmarsch voneinander entfernt waren und die russische Njemen-Armee ihrer Schwesterarmee zu Hilfe kommen könnte. Doch Hindenburgs Plan ging auf, die russische Armee unter Samsonow rennt ins Verderben. Am 27.08. greifen deutsche Truppen von Norden, Westen und Südwesten an. Die deutschen Truppen kämpfen gegen eine scheinbar übermächtige russische Armee, doch sie führen die Schlacht bei Tannenberg erfolgreich zu Ende. Die Russen mussten sich ergeben und alle ihre Waffen dem Feind überlassen. Der Führer Samsonow dieser, vor noch so kurzem so erfolgreichen Armee, erschießt sich noch auf dem Schlachtfeld, er will diese Schande nicht überleben. Die deutsche 8. Armee nimmt 120.000 russische Soldaten gefangen und mehrere tausend Geschütze und Maschinengewehre als Beute. Die nur 40 km weiter nördlich marschierende Njemen-Armee ahnte nicht, welches Schicksal die Schwesterarmee getroffen hatte. Hindenburg indessen bereitete den Angriff auf die Njemen-Armee vor. In Eilmärschen verschob er seine Divisionen nach Norden, um dort die russischen Truppen zu bezwingen. Vom 05.09.bis 15.09. dauerte die Schlacht an den Masurichen Seen. Die deutsche 8. Armee trieb die russischen Truppen über dieses, von Moorwiesen gezeichnete Gebiet, mit wuchtigen Schlägen zurück über die Grenze. Ostpreußen, das schon fast verloren schien und im Notfall hätte aufgegeben werden müssen, war nun von den Russen befreit. Insgesamt kämpften 120.000 Deutsche gegen 250.000 Russen. Das deutsche Volk bejubelte Hindenburg als "Retter des Vaterlandes". Die Russen wurden verhöhnt.

weiterer Kriegsverlauf 1915:

Am 13.1.1915 beginnen die Mittelmächte mit 20 1/2 Divisionen ihre großangelegte Offensive in denKarpaten. Der erste Giftgasangriff an der Ostfront geschah am 31.1.1915. 100000 Gefangene machten die Deutschen bei der Winterschlacht in den Masuren. Am 12.3.1915 kapituliert die Festung Przmysl mit 120000 Mann unter dem russischen Druck. Sie wird jedoch am 3.6.1915 von deutschen Truppen zurückerobert. Diese ziehen auch am 5.8. in Warschau ein. Schließlich verlieren die Russen ihren stärksten Stützpunkt an der Nordwestfront, als am 18.8.1915 Kowno kapituliert. Kurz darauf wird am 16.8.1915 Brest-Litowsk von deutschen Truppen genommen.

weiterer Kriegsverlauf 1916 und 1917:

02.01. 1916 Beginn der russischen Neujahrsschlacht 19.01.1916 die dritte Schlacht um Czernowitz

18.03. 1916 Beginn der russischen Offensive in Nordpolen mit dem Ziel Polen und Litauen zurückzugewinnen

01.07. 1917 Angriff der russischen Südwestfront nördlich und südlich von Brzezany 10.07. 1917 Gegenoffensive der Mittelmächte in Ostgalizien

03.08.1917 deutsche und österreichisch-ungarische Truppen erobern Czernowitz zurück

03.09. 1917 die Deutschen besetzen Riga

12.10. bis 21.10. 1917 deutsche Landungstruppen besetzen die Inseln Ösel, Dagö und Moon in der Ostsee

15.12. 1917 Waffenstillstandsvertrag zwischen Russland und den Mittelmächten wegen der russischen Revolution. Im März wurde der Zar gestürzt. Der Krieg gegen Deutschland wurde trotzdem fortgeführt. Erst als Lenin mit Wissen des deutschen Kaisers nach Russland zurückkehrte kam es dort zum Bürgerkrieg. Russland war somit gezwungen die Fronten aufzugeben und es kam zu Friedensverhandlungen. Im deutschen Diktatfrieden, der 1918 unterzeichnet wurde verzichtete Russland auf Livland, Kurland, Litauen, Estland und Polen und erkannte Finnland und die Ukraine als selbstständige Staaten an.

weiterer Kriegsverlauf 1918:

10.02.1918 deutsch russischen Friedensverhandlungen gescheitert

18.02.1918 Kämpfe an der Ostfront flammen wieder auf

03.03.1918 Unterzeichnung des deutsch russischen Friedensvertrages

07.03.1918 Unterzeichnung des deutsch finnischen Friedensvertrag

16.07.1918 die russische Zarenfamilie wird erschossen

 

Literaturangabe:

Der Große Brockhaus. F.A. Brockhaus. Leipzig. 1935. 15. Auflage Bd. 20. Seite 175 ff

Der erste Weltkrieg. K. Durst und W. Wünsche. Militärverlag der DDR. 1989 Seite 71 ff

Schlaglichter der deutschen Geschichte. H. M. Müller. Bundeszentrale für politische Bildung. Bonn 1990. 2. Auflage. Seite 212.

 

Copyright © 1997 Thomas Bräuer, Sven Döring and Tobias Spitzner