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Geschichte
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Weltreich Persien

Persien eines der bedeutendsten Reiche der Antike, befand sich zwischen dem 6. Und dem 4. Jahrhundert v.Chr. auf dem Höhepunkt seiner Macht. Die größten Herrscher dieses Staates waren Kyros II., Dareios I. und Xerxes I. Heute wird diese Region nach dem indoeuropäischen Volk der Iranier, die sich um 1600 v.Chr. im armenischen Hochland niederließen, als Iran bezeichnet. Die griechischen Geschichtsschreiber jedoch nannten dieses Land Persis und seine Bewohner Perser.

Aufstieg zur Weltmacht:

Die beiden erfolgreichsten Stammesgruppen der Iranier waren die Meder und die Perser. Zunächst übten die Meder die Vorherrschaft aus, doch um 550 v.Chr. eroberte der Perserkönig Kyros II. das Mederreich. Mit der Unterwerfung Lydiens, griechischer Städte in Kleinasien und Babyloniens gelang es Kyros, ein Weltreich aufzubauen. Kyros war den unterworfenen Völkern gegenüber tolerant. Er befreite die Juden aus der "Babylonischen Gefangenschaft" und ließ sie nach Jerusalem zurückkehren. Auch sein Sohn Kambyses II. erwies sich als erfolgreicher Feldherr. 525 v.Chr. eroberte er Ägypten.

Verwaltung eines Großreiches:

522 v.Chr. riss Dareios I. die Macht an sich. Er unterteilte das Reich, das sich von kleinasien bis nach Indien erstreckte, in 20 Provinzen ( Satrapen ), die von einem Stadthalter ( Satrap ) verwaltet wurden. Ein ausgeklügeltes Steuersystem, eine stabile Währung und ein gut ausgebautes Straßen- und Postnetz stützten dieses Verwaltungssystem. Wichtigste Stütze der persischen Macht war die Armee. Jeder Satrap musste ein Heer stellen. Dareios I. selbst hielt sich eine Leibgarde von 10000 Mann, die " Unsterblichen ". Man gab der Leibgarde diesen Titel, weil ihre Zahl stets konstant blieb - nach dem Tod eines Soldaten wurde sofort für Ersatz gesorgt. Da die Perser Kleinasien beanspruchten, gerieten sie immer wieder in Konflikt mit den griechischen Küstenstädten. So kam es dann auch zu den Perserkriegen ( 490 - 448 v.Chr. ).

1. Perserkrieg

Anlaß der Perserkriege:

Der Anlas der Perserkriege war zweifelsfrei der Aufstand der Ioner unter der Führung Milets ( 500 v.Chr. ) das über die Einmischung des Perserkönigs in seine Innenpolitik empört war. Der Aufstand, welcher die Perser völlig überraschte, brachte den Griechen anfangs Erfolge. Die perserfreundlichen Tyrannen in der Griechenstädten Kleinasiens wurden vertreiben, Sardes, der Sitz der Satrapen, wurde geplündert und ging in Flammen auf. Doch das Kräfteverhältnis zwischen den Kontrahenten war zu ungleich. Ohne die unzureichende Unterstützung des Mutterlandes, lediglich Athen und Eretria schickten einige Schiffe, während sich Sparta im Abseits hielt, verloren die Ioner ihre Flotte durch ihre Niederlage bei Lade, einer Insel vor dem Hafen von Milet. Die Perser rächten sich an Milet, sie zerstörten die Stadt und deportierten oder töteten ihre Einwohner. Nach der Einverleibung der ionischen Kolonien kehrten die Perser zu einer liberalen Politik zurück. Den Griechenstädten gewährten sie eine Teilautonomie und Milet fiel schließlich auch an die Griechen zurück. Bei Dareios lösten die Erfahrungen dieser Rebellion und der Zorn über die Unterstützung der Ioner aus dem griechischen Mutterland den Entschluß aus, das Übel an der Wurzel zu packen! Er wollte ganz Griechenland dem Perserreich einverleiben. Aus diesem Grund schickte er Boten nach Griechenland, die als Zeichen der Unterwerfung Erde und Wasser forderten. Athen und Sparta waren die einzigen die sich der Forderung, sich zu Unterwerfen, entschieden weigerten und Dareios Boten sogar töteten. Nach dieser Provokation war für Dareios das Maß voll und er rüstete zum 1. Perserkrieg.

1. Perserkrieg:

Im Jahre 490 v.Chr. segelte die, durch phönikische Geschwader verstärkte Flotte der Perser Richtung Westen. An Bord waren 20000 Mann gut ausgerüsteter Soldaten. Nach dem Naxos eine Insel der Kykladen erobert wurde und Eretria zur Unterwerfung gezwungen und Bestraft wurde, landeten die persischen Schiffe in der Bucht von Marathon, nordöstlich von Athen auf dem griechischem Festland. In Athen setzte sich trotz starken Widerstandes, Miltiades d. J., einer der von den Phylen bestellten 10 Strategen, mit seinem Vorschlag durch, den Feind nicht in der Stadt zu erwarten, sondern die offene Schlacht in der Ebene von Marathon zu suchen. So trat das 10000 Mann starke griechische Heer, unterstützt lediglich von einer Truppe aus dem böotischen Platää gegen das zahlenmäßig überlegene persische Heer an. Sparta leistete nicht sofort Hilfe! Doch der Plan Miltiades, im Laufschritt anzugreifen, um so den Pfeilhagel der Perser zu unterlaufen und die gegnerischen Kräfte in Blöcke zu spalten, war ein voller Erfolg. Mit geringen eigenen Verlusten, lediglich 192 Mann, wurden die Perser in die Flucht geschlagen, konnten aber einen großen Teil der Truppen noch einschiffen. Die Siegesnachricht wurde an jenem Septembertag von einem Läufer nach Athen übermittelt, der die 40-Kilometer-Strecke von Marathon nach Athen ohne Rast in kürzester bewältigte und nach dem Ruf " Freut euch, wir haben gesiegt! " tot zusammenbrach. Die persische Flotte umfuhr indes, unter der Führung Datis, Attika um das von den Verteidigern fast ganz entblößte Athen anzugreifen. Datis fand aber Athen, von dem im Eilmarsch zurückgelaufenen, siegreichen griechischen Heer, besetzt. Die Perser brachen daraufhin, trotz relativ geringer Verluste, den Feldzug ab und kehrten nach Asien zurück. Die Athener kamen nun den Spartanern an Kriegsruhm gleich.

2. Perserkrieg

Schlacht an den Thermophylen:

In den folgenden 10 Jahren rüsteten die Perser, in Vorbereitung zu einem Rachefeldzug, weiter auf. Dareios war in dieser Zeit gestorben, doch sein Sohn Xerxes nahm den Plan des Vaters auf und wollte die Griechen unbedingt unterwerfen. Nach dem die Nachschubwege in Thrakie und Makedonien gesichert waren, brach die Kriegsmaschine von 120000 Fußsoldaten, darunter 10000 der Unsterblichen, und 700 Schiffen 480v.Chr. von Sardes auf. Nachdem das Landheer auf 2 Schiffsbrücken den Hellespont überquert hatte und es, von der Flotte begleitet, die Küste entlang nach Mittelgriechenland vorstieß, stand es im Hochsommer vor den Thermopylen. Aber auch die Griechen waren nicht untätig geblieben. In Athen wurde Themistokles zur Seele des Widerstandes. Er hielt eine Flotte für unverzichtbar und betrieb energisch die Umrüstung Athens zur Seemacht. Außerdem schmiedeten Sparta und Athen angesichts der persischen Bedrohung ein Bündnis - den Hellenischen Bund. An der Landenge zwischen Mittelgriechenland und dem Peloponnes sollte die gemeinsame Hauptstreitmacht den Feind erwarten, falls diesem der Durchbruch durch die Thermophylen gelang. Athen musste jedoch in diesem Fall damit rechnen, dass ihm das gleiche Schicksal wie Milet zugedacht war. Deshalb wurde sehr früh ein Plan ausgearbeitet, Athens Bevölkerung im Notfall zu evakuieren und den Feind ins Leere laufen zu lassen. Die Entscheidung über die Schlacht fiel in den beiden Jahren 480/479 v.Chr. in den drei großen Schlachten bei den Thermophylen, Salamis und Platää. Im Sommer des Jahres 480 v.Chr. zog eine endlose Kolonne von persischen Truppen durch die thessalische Ebene im nördlichen Griechenland: Krieger reihte sich an Krieger, Reiter an Reiter. Solch eine Streitmacht hatte die Geschichte bis dahin noch nicht gesehen! Schließlich standen die 120000 Soldaten Xerxes im August 480v.Chr. unmittelbar vor dem Pass, der die einzige Verbindung nach Mittelgriechenland bildete und nach den heißen Schwefelquellen in der Nähe Thermopylen - warme Tore - genannt wurde. Hier wollten die Griechen den Persern den Weg versperren, denn die Thermophylen waren der ideale Ort, um mit geringen Kräften eine gewaltige Übermacht aufzuhalten. Das Kallidromosgebirge fiel zu dieser Zeit an drei Stellen steil ins Meer ab und ließ nur Durchgänge von wenigen Metern Breite. Hinter einer Mauer lagerten die 7000 griechischen Verteidiger, darunter 300 Spartaner, und warteten auf den Angriffsbefehl. Befehligt wurden die Griechen vom spartanischen König Leonidas. Er sollte mit dieser Streitmacht versuchen, die Perser aufzuhalten und entscheidend zu schwächen. Doch es gab noch einen Umgehungsweg, einen schwer begehbaren Pfad über das Gebirge, der hinter den Thermophylen wieder die Küste erreichte. Diesen Weg sicherte Leonidas mit denjenigen seiner Krieger, die sich in diesem Gebiet am besten auskannten. Vier Tage lang lagen sich die feindlichen Truppen an den Thermophylen untätig gegenüber. Der persische König Xerxes wollte zum einen seinen Kriegern nach dem anstrengenden Marsch eine Pause gönnen, zum anderen hoffte er auf baldige Unterstützung seiner Flotte. Doch am 5. Tag gab Xerxes schließlich den Angriffsbefehl. Auch die Griechen rückten ein wenig vor, um an einer etwas breiteren Stelle eine Schlachtreihe aufzustellen. An ihr brach der Ansturm der Perser zusammen. Da sie nur eine begrenzte Zahl Krieger vorschicken konnte, nutzte ihnen die zahlenmäßige Überlegenheit nichts, und an den Einsatz der Reiterei war überhaupt nicht zu denken. Als Xerxes erkannte, dass seine Mannen nichts auszurichten vermochten, schickte er die Unsterblichen vor. Doch auch deren heftige Attacken scheiterten am erbitterten griechischem Widerstand. Der 2. Gefechtstag begann wie der 1. - Leonidas wechselte die erste Reihe immer wieder gegen ausgeruhte Kämpfer aus, so dass die Perser keinen Fußbreit des Passes erobern konnten. Da kam Xerxes ein Mann namens Ephialtes zu Hilfe, der ihm anbot, auf dem obengenannten Pfad eine Truppe über das Gebirge in den Rücken der Griechen zu führen.

Tatsächlich überrannten die Perser die auf dem Berg stationierten Griechen. Sie konnten nun von 2 Seiten angreifen können, aber für Leonidas kam eine Flucht nicht in Frage. Er beschloss mit 1000 Freiwilligen die Stellung möglichst lange zu halten, um den Rückzug der restlichen griechischen Truppen zu decken. Der 3. Kampftag brach an, und Xerxes befahl den Angriff. Wieder entbrannte ein heftiges Gefecht. Doch dann fiel der spartanische König und Oberbefehlshaber der Griechen Leonidas im Nahkampf. Die Unsterblichen rückten von hinten heran und damit war die Schlacht um die Thermophylen entschieden. Alle griechischen Krieger fielen an diesem 3. Kampftag. Der Weg nach Attika und Athen lag nun offen vor Xerxes. Sein Ziel, die Griechen zu unterwerfen, schien zum Greifen nahe. Themistokles, der inzwischen am Kap Artemision, als Befehlshaber der athenischen Schiffe, in einem Seekampf die persische Flotte aufhalten wollte, aber keine Entscheidung herbeiführen konnte, kehrte nach Athen zurück. Dort setzte er die Evakuierung der Einwohner auf die Insel Salamis und Agina durch. Die Perser zogen nach ihrem Sieg an den Thermophylen durch Attika und erreichten das leere Athen. Sie zerstörten die Stadt samt der Akropolis, doch durch die Weitsicht Themistokles war das Volk gerettet.

Schlacht von Salamis:

Währenddessen spitzte sich auch auf einem anderen Kriegsschauplatz die Lage zu. Drei Wochen lang hatten sich die gegnerischen Flotten in der Bucht von Salamis belauert. Den rund 700 Schiffen standen nur 310 griechische gegenüber. Am 28. September des Jahres 480 v.Chr. wagte Themistokles die entscheidende Schlacht. Durch eine List reizte er die Perser zum Angriff. Er schickte eine geheime Botschaft an Xerxes, die besagte, die Griechen wollten fliehen und die Perser sollten daher schnell angreifen. Die Perser begannen die Schlacht genau dort, wo Themistokles es wünschte, nämlich an einer sehr engen Stelle, wo sie ihre zahlenmäßige Überlegenheit nicht ausspielen konnten, sich gegenseitig blockierten und ihre Schiffe von den kleinen, wendigen Griechenschiffen versenkt wurden. Die Griechen erfochten einen so glorreichen Sieg das Xerxes, der auf einem Thron von der Küste aus die ihm sicher erscheinende Vernichtung der Griechen miterleben wollte, mit ansehen musste wie seine Flotte in nur wenigen Stunden vernichtet wurde. Entmutigt und überstürzt floh er mit dem Rest seiner Flotte nach Kleinasien. Das Landheer hatte indes Winterquartier in Thessalien bezogen.  Die Athener kehrten in ihre, von den Persern, in Schutt und Asche gelegte Stadt zurück. Themistokles wollte den Krieg nach Kleinasien ausdehnen und durch Bedrohung der Nachschubwege auch das persische Landheer zum Abzug aus Griechenland zu zwingen. Dieser Plan wurde von den Athenern und ebenfalls von Sparta abgelehnt. So kam es im Frühjahr 479 v.Chr. zur 3. großen Schlacht.

Schlacht von Platää:

Die Perser besetzten 479 v.Chr. erneut Athen und vollendeten dessen Zerstörung. Darauf drängte Athen den Bund, ihm zu helfen. Das griechische Heer rückte unter der Führung des spartanischen Königs Pausanias vor. In der Schlacht von Platää nördlich von Athen erlitten die Perser ihre letzte vollständige Niederlage. Danach zogen sie sich aus ganz Griechenland zurück. Die griechische Flotte aber stieß nach und zerstörte bei Mykale in Kleinasien das Schiffslager der Perser. Daraufhin sagten sich die ionischen Städte endgültig von Persien los, und diesmal konnten sie der Solidarität des Mutterlandes sicher sein. Xerxes war damit vollständig in die Defensive gedrängt.

Ende der Perserkriege:

Athens angestrebtes Ziel war nun zum Angriffskrieg überzugehen und die kleinasiatischen Griechenstädte zu befreien. Sparta jedoch wollte diesen Angriffskrieg nicht mittragen und so war für sie der Krieg beendet. Die Ioner übertrugen daraufhin den Athenern das Oberkommando. Athen wollte nicht stillschweigend an die Stelle Spartas treten und schaffte daher klare Verhältnisse. Es gründete mit den Insel- und Küstenstädten der Ägäis ein Bündnis, den 1. Attischen Seebund. Dem Bund gelang es die letzten persischen Stützpunkte der Ägäis zu erobern. Schließlich kam es 449 v.Chr. zum sogenannten Kalliasfrieden, der die Perserkriege endgültig beendete. Der Kalliasfrieden schrieb fest, dass alle ionischen Städte in Kleinasien nach eigenen Gesetzen leben durften, die persischen Stadthalter nicht weiter als 3 Tagesmärsche an das Meer herankommen sollten und kein persisches Schiff die Ägäis befahren durfte.

Auswirkungen auf weitere Entwicklung Europas:

Die griechische Polis hatte nun ihre schwerste Belagerung überstanden und konnte gegenüber einem Weltreich die eigene Individualität waren. Durch die Bedrohung durch die Perser wurde zum erstenmal in der griechischen Geschichte ein Gemeinschaftsgefühl der Hellenen geweckt. Dieser Sieg hatte des weiteren Auswirkungen auf ganz Europa. Weil die Griechen ihre innere und äußere Freiheit behauptet hatten, konnte in Athen die Demokratie an Kraft gewinnen, und in der Folgezeit entwickelten sich jene Gedanken und Ideen, die zur geistigen Grundlage der abendländischen Kultur wurden. Griechenland hatte somit die Unabhängigkeit der " europäisch - abendländischen " Kultur verteidigt.

Literaturangabe:

- Bertelsmann Lexikothek, Panorama der Weltgeschichte Band 1, Bertelsmann Lexikothek Verlag Gütersloh 1990

- Die Entstehung Europas, Verlag Das Beste GmbH, Stuttgart 1994

- Propyläen Weltgeschichte Band 3, Griechenland Die hellenische Welt, Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt am Main - Berlin 1962

- Faszination Wissen, topic-Verlag GmbH; Karlsfeld 1995

- http://www.ariana.de/magicmirror/history/juni/geschichte

 

Copyright © 2000 Tobias Spitzner