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Geschichte
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römische Erziehung

Gliederung:

historischer Überblick
altrömische Erziehung
griechisch beeinflusste Schulen
Elementarschule
Sprache der Literaturschule
Hochschule
christliche Schulen
Übergang zum Mittelalter

Historischer Überblick:

Im römischen Bildungssystem lassen sich zwei Erziehungsformen unterscheiden:

- die altrömische, die zwar nicht ganz ohne Lehrer, aber ohne Schulen auskommt

- die von den Griechen beeinflusste Erziehung und Ausbildung mit Lehrern und Schulen Der Übergang von der altrömischen Erziehung zu der griechisch beeinflussten vollzog sich nur allmählich ab dem 2. Jh. v.Chr., und zwar unter dem Widerstand konservativer Kreise. Die Bildung erhielt einen hohen Stellenwert. Ab dem 4.Jh. n.Chr. kamen dann christliche Schulen auf. Erst zum Ausgang der Antike gründete die Kirche Klosterschulen, Bischofsschulen und Presbyterialschulen, die Vorläufer der mittelalterlichen Schulen. Diese hatten einen anderen theologisch orientierten Charakter, benötigten aber neben den elementaren Kenntnissen des Lesens und Schreibens vor allem Grammatik und Rhetorik als unentbehrliche Vorbereitung auf das Bibelstudium und die geistlichen Berufe. Dies galt aber weitgehend nur für die vornehmen und wohlhabenderen Familien. Kinder der unteren Schichten konnten zwar eine handwerkliche Ausbildung erhalten, aber aus finanziellen Gründen entweder gar keine schulische oder höchstens eine elementare.

altrömische Erziehung:

Erziehung in der Familie:

Die frühe Erziehung vollzog sich völlig in der Familie; Kindergärten gab es nicht. Verantwortlich war in erster Linie die Mutter. Die Mädchen blieben auch, wenn sie älter geworden waren, in deren Obhut und wurden mit häuslichen Arbeiten, z.B. Wollespinnen, beschäftigt. Die Erziehung der Söhne ging dagegen in die Hand des Vaters über.

Lernen an Beispielen:

Vater und Mutter kümmerten sich von Geburt an um die Kinder, es bleibt natürlich nicht beim lesen und schreiben Lernen im Hause. Die Väter nahmen ihre Söhne, wenn sie alt genug geworden waren, mit aufs Forum und zu den Senatssitzungen; sie führten sie so in das Leben ein, in dem sie später "ihren Mann stehen" sollten. Die jungen Leute wurden sobald wie möglich mit dem Militärdienst vertraut gemacht, damit sie gehorchen, selbst zu befehlen und durch Unterordnung Führen lernten. Lernen am Beispiel, am verpflichteten Vorbild der Älteren und der Vorfahren, dies war auf allen Stufen Lernmethode der altrömischen Erziehung. Zum Beispiel lernte man die ganze Geschäftsordnung des Senats an Beispielen kennen.

Die griechisch beeinflusste Schule:

Öffentlicher Unterricht:

In reichen Familie stellten sie zum richtigen Lernen von Lesen und Schreiben der Kinder auch schon Hauslehrer ein (gebildete Griechen, z. B. Sklaven, Freigelassene oder nach Rom Zugezogene, die dort ein auskommen als Lehrer finden wollten). Im Laufe des 2. Jh. v.Chr. bewirkte griechischer Einfluss allerdings, das neben diesen Privatlehrern ein öffentlicher Unterricht in Schulen trat. Öffentlich bedeutet aber nicht dass es sich um staatliche Schulen handelte, sondern lediglich, dass jeder zum lehren fähige Mann eine Schule gründen und das jedes Kind eine Schule besuchen konnte, wenn seine Eltern finanziell in der Lage waren, das Schulgeld aufzubringen. In Rom gab es zu keiner Zeit eine Schulpflicht, und der Staat kümmerte sich im allgemeinen nicht um das Schulwesen.

Zweisprachigkeit der römischen Schule:

Die Kinder aus vermögenden Familien lernten griechisch nicht erst in der Schule, sondern auch schon zu Hause (bei einer griechischen Amme und bei den griechischen Sklaven). In der Schule lernten die Schüler manchmal mit griechischen Buchstaben Lesen und Schreiben und machten griechische und lateinische Wortschatzübungen. Erst in der ausgehenden Spätantike ging die Doppelsprachigkeit verloren. Die Römer haben also griechisch als Bildungssprache entdeckt.

Elementarschule (Lehrer - magister ludi):

Der Schulraum:

Der Lehrer mietete sich in zentraler Lage ein Raum der zur Straße oder zum Forum hin offen war oder sich durch einen leichten Vorhang ein wenig abschirmen ließ. Die auf den Knien schreibenden Kinder saßen um den Lehrer herum auf Holzschemeln. Der Lehrer überblickte von seinem Katheder aus leicht seine Schüler.

Lehrer und Lehrmethoden:

Das Ansehen des Lehrers war in der Gesellschaft sehr gering, sein Verdienst niedrig, so dass er sich oft mit einem Nebenberuf über Wasser halten musste. Er lehrte Lesen und Schreiben, kaum Rechnen und sonst fast nichts in einer trockenen, wenig kindgemäßen Weise: zuerst Buchstaben, dann Silben, zum Schluss Wörter und Texte. Als Tafel benutzten die Kinder zusammenklappbare Holztäfelchen. Diese waren mit einer gefärbten Wachsschicht überzogen; mit einem Griffel aus Holz, Knochen, Elfenbein, oder Metall ritzten sie die Buchstaben in das Wachs ein.

Der Tagesablauf eines Grundschülers:

Der Tag begann früh bei Tagesanbruch-, im Winter noch in der Nacht. Der Unterricht reichte mit einer Mittagspause in den Nachmittag hinein. Nach der Schule geht der Junge mit seinen Sklaven in ein Badehaus zum Baden, wenn nicht gerade Ferien sind- die großen Ferien dauern von Ende Juli bis Mitte Oktober, geht es am nächsten Tag mit der Arbeit weiter.

Belohnung und Strafen:

In der Elementarschule herrschte eine harte Disziplin und es ging meistens sehr streng zu. Freundliche Lehrer gaben den Schülern, wenn diese einen neuen Buchstaben beherrschten, diesem Schriftzeichen nachgeformtes Gebäck.

Quintilians Reformprogramm:

Der Rhetorikprofessor entwickelte im 1. Jh. n. Chr. ein unseren heutigen Vorstellungen entsprechendes Bildungskonzept. Der Lehrer soll Vater und Freund seiner Schüler, soll in seinem Verhalten Vorbild sein. Der Schüler darf in seiner Würde nicht gekränkt werden, Kritik soll aufbauen, nicht verletzen. Er lehnt Prügelstrafe entschieden ab und sieht wirksamere Erziehungsmittel, wie Lob, Liebe zum Lehrer und- bei älteren Schülern- Interesse an der Sache als angebracht. Der Lehrer sollte in seinen Unterrichtsmethoden vielseitig sein und sich nach den Begabungen der Schüler und nach den Gegenständen richten. Wer eine höhere Bildung anstrebt benötigt eine allg. Bildung und darf sich nicht spezialisieren. Aber auch die Wirkung der außerschulischen Erziehung verlor nicht an Bedeutung.

Die Sprache der Literaturschule:

Der Sprach und Literaturlehrer (grammaticus):

Die Kinder im Alter von 12 Jahren wechselten vom Elementarlehrer zum grammaticus. Auch hier befand sich der mehr oder weniger offene Schulraum in zentraler Lage der Stadt. Vor- und Nachmittagsunterricht, sowie strenge Disziplin kennzeichnen den Tagesablauf. Änderungen; der grammaticus erhielt ein etwas höheres Einkommen, genoss aber ebenfalls kein großes Ansehen; für sehr viele Kinder endete die schulische Ausbildung mit dem Elementarunterricht, so dass nur Kinder aus den vornehmsten und wohlhabendsten Familien in die höhere Schule gingen; die Unterrichtsgegenstände waren verschiedene Einzelfächer der Allgemeinbildung. Einen besonderen Rang hatten die Beschäftigung mit Sprache und den Texten der griechischen und römischen Klassiker. In Aufsätzen arbeiteten die Schüler zum ersten mal selbstständig z. B. Verfassen kurzer Texte, möglichst wortgetreue Nacherzählung oder die Erörterung von Aussprüchen berühmter Persönlichkeiten.

Die Hochschule

Die Bedeutung der Redekunst und der Jurisprudenz:

Die griechischen Redner und Redeschulen waren berühmt. Im Laufe des 2.Jh. v.Chr. traten in den Stadtzentren um das Mittelmeer herum Redelehrer aus Griechenland auf und gründeten Schulen, so auch nach anfänglichen Widerständen in Rom. Die Redekunst wurde der eigentliche Inhalt der römischen Hochschule. Das Lernen nach griechischem Vorbild trat in den Vordergrund, die Allgemeinbildung spielte in Rom nicht die entscheidende Rolle, Dagegen war das Studium der Rechtswissenschaft; zuerst in privaten Unterricht, später in speziellen Rechtsschulen bedeutend. Die Jurisprudenz als Wissenschaft ist eine eigenständige römische Schöpfung. Rhetorik hatte für Predigten eine große Bedeutung.

Die Teilgebiete des Unterrichts:

Der Unterricht beim Redner umfasste 4 Teilgebiete.

l: Einführung in die Theorie

2: Das Studium der Vorbilder

3: vorbereitende Übungen

4: Deklamationen

1= Erläuterung der rhetorischen Techniken (Arten und Teile der Rede/Arbeitsgänge)

2= in Geschichtswerken nehmen Reden einen breiten Raum ein Mittel zur Charakterisierung von Vorgängen und Personen, nicht authentische Rede, Fortsetzung der Sprach und Literaturschule in Aufsätzen in Inhalt und Form

Deklamation als Höhepunkt rhetorischer Ausbildung, Höhepunkt der rednerischen Ausbildung bildet praktische Übungen (Deklamation)

Redner und Rednerschulen:

Der Rhetor (Redelehrer) nahm einen höheren sozialen Rang als die Unterstufenlehrer; er wurde besser bezahlt. Er lehrte auch in zentraler Lage, in einer Säulenhalle, bzw. einem Saal, nicht nur einem offenen Raum. Rhetoren in den l. Jahrhunderten: Privatlehrer, später auch städtische oder staatliche Besoldung Zeitgenössische Kritik an den Hochschulen: - römische Hochschulausbildung; formaler Charakter (Formalismus des römischen Bildungskonzepts); "Non vitae, sed scholae discimus" "Wir lernen nicht für das Leben, sondern für die Schule. (Seneca)

Die christlichen Schulen:

Die weitere Entwicklung des Bildungswesens:

Das Bildungswesen hatte nicht nur Beschränkung auf Rom und Italien, sondern auch in den Provinzen.

Einfluss auf das römische Schulsystem durch drei geschichtliche Entwicklungen:

- Aufkommen des Christentums und der nachfolgenden Christianisierung

- Teilung des Reiches in Ost und Westrom

- Germaneneinfälle >> führte zum Untergang des römischen Reiches

Das Aufkommen und Bildungsziel christlicher Schulen:

- Vorbereitung auf das Priesteramt

- Ausbildung von Geistlichen

- Ausbildung junger Leute in Allgemeinbildung und christlicher Erziehung

Untergang weltlicher Schulen; geistliche Schulen einzigste Einrichtungen zum Erwerb von Bildung

Bildungsziel: Vereinigung von literarischem Unterricht und religiöser Erziehung

Der Übergang in die mittelalterliche Welt:

Schulen und Schreibstuben als Voraussetzung für die Erhaltung der antiken Literatur. Nicht nur die römische Literatur, sondern auch das römische Bildungswesen lebte also durch die Vermittlung der Literatur - im Mittelalter wieder auf.


Copyright © 1999 Kristin Thierfelder