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Naturkatastrophen

Gliederung:

Naturkatastrophen  
Erdbeben  
Vulkanausbrüche  
Überschwemmungen  
Wirbelstürme  
  Tornados
  Hurrikans
Dürren  
Schutz  
Literaturangabe  

Was sind eigentlich Naturkatastrophen?

Naturkatastrophen sind riesige Kräfte der Natur, die der Mensch nicht kontrollieren kann. Das sind zum Beispiel: Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Wirbelstürme, Dürren und Temperaturextreme. Trotz umfangreicher Frühwarnsysteme haben die Naturkatastrophen auch in den letzten Jahren nichts von ihrem Schrecken eingebüßt. So forderten Erdbeben, Überschwemmungen und Stürme allein in den Jahren 1990 und 1991 weltweit mehr als 200.000 Menschenleben; die Schäden beliefen sich im selben Zeitraum auf über 30 Milliarden Dollar. Die jüngste Erdbebenkatastrophe in Kobe (17.01.1995) forderte alleine über 5200 Menschenleben und verursachte Schäden von über 150 Milliarden DM. Diese unheilvollen Folgen von Naturkatastrophen werden dadurch verstärkt, dass immer mehr Menschen in den Entwicklungsländern aufgrund des starken Bevölkerungswachstums in Gebiete vordringen, die häufig von Naturkatastrophen heimgesucht werden (zum Beispiel in die stark dürregefährdete Sahelzone Afrikas oder in die häufig von Überschwemmungen heimgesuchte Südhälfte Bangladeschs). In den Industrieländern sind zwar durch die ausgebauten Frühwarnsysteme in der Regel wesentlich weniger Menschenleben zu beklagen, doch erreichen die Schadenssummen Rekordhöhen (zum Beispiel bei den Stürmen 1990 in West- und Nordeuropa sowie bei den Überschwemmungen 1993 entlang des Mississippi in den USA).

Erdbeben:

Das Erdbeben gilt landläufig als die zerstörendste unter den Naturgewalten. Die häufigsten und die schwersten Erdbeben gibt es in der Randzone des Pazifischen Ozeans entlang der Tiefseegräben. Bekanntestes Beispiel ist hier die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien. Erdbeben reich ist auch die zentrale Bruchzone, die sich vom Mittelmeer, Kleinasien und den Iran über die zentralasiatischen Hochgebirgsketten bis nach Sumatra (Indonesien) hinzieht und in Mittelamerika und Westindien ihre Fortsetzung findet. Erdbeben sind Bodenerschütterungen infolge natürlicher Vorgänge in Erdkruste und Erdmantel. Erdbeben sind in den meisten Fällen an Verwerfungslinien gebunden, wo sich Erdschollen gegeneinander verschieben oder sich verbiegen, so dass Spannungen im Erdinnern entstehen, die sich dann in Form eines Erdbeben plötzlich entladen. Die Schwere eines Bebens wird neben der Art der Spannung auch vom Gesteinsuntergrund bestimmt. Während festes Gestein das Erdbeben dämpfen kann, erfährt es bei lockeren Untergrund durch die Eigenbewegung des Bodens eine Verstärkung. Häufig haben Erdbeben die Entstehung von Erdspalten, Schlamm-, Wasser- und Gasausbrüchen sowie Senkungen, Erdrutsche oder sogar Bergstürze zur Folge. Nach untermeerischen Beben (Seebeben) kommt es oft zu den gefährlichen Flutwellen (Tsunamis). Erdbeben werden an Hand der Richter-Skala oder der Mercalli-Skala gemessen. Die Richterskala misst die Erdbebenenergie in 8 Stufen. Jede Stufe entspricht einer Energie, die zehnmal stärker ist als die bei der Stufe davor. Die Mercalli-Skala hat 12 Stufen und misst die Auswirkungen des Erdbebens .

Vulkanausbrüche:

Vulkane entstehen, wenn heißes, glutflüssiges Material durch Risse in der Erdkruste aufsteigt. Die meisten Vulkane entstehen dort, wo 2 Kontinentalplatten aneinander stoßen oder auseinanderdriften. Die meisten aktiven Vulkane liegen um den Pazifischen Ozean herum im "Pazifischen Feuerring". Vulkane die lange nicht mehr ausgebrochen sind, nennt man erloschen. Vulkanausbrüche entstehen dadurch, indem sich in der Tiefe Druck aufbaut. Geschmolzenes Gesteinsmaterial dringt von einer Kammer unter der Erdoberfläche nach oben. Das heiße Magma wird als Lava ausgestoßen. Man unterscheidet verschiedene Arten von Vulkanausbrüchen nach ihrer Stärke. Viele Inseln sind durch Vulkanausbrüche unter dem Meeresspiegel entstanden. Zunächst wird Asche herausgeschleudert, dann sammeln sich allmählich Gesteinsbrocken und Lava an, bis der Berg schließlich über den Meeresspiegel hinausragt. Übrigens: Zahnpasta, Make-up. Scheuerpulver und Straßenbaumaterial können zermahlenes Vulkangestein enthalten. Im Durchschnitt kommt es jährlich weltweit zu 50 bis 60 Vulkanausbrüchen. Besondere Beachtung fand dabei in den letzten Jahren der Ausbruch des Mt. Pinatubo im Norden der Philippinen, bei dem über 200 Menschen ihr Leben verloren. Dieser im Jahr 1991 erfolgte Ausbruch war dermaßen Aschereich, das Wissenschaftler kurzfristige Auswirkungen auf das Klima nicht ausschlossen.

Überschwemmungen:

Überschwemmungen sind eine der verheerendsten Folgen der Treibhauserwärmung. Immer wieder treten bei ungewöhnlich starken und langandauernden Regenfällen Flüsse über ihre Ufer, und es kommt zu weiträumigen Überschwemmungen. Jüngstes Beispiel dafür ist die Hochwasserkatastrophe, die 1993 die USA heimsuchte. Auch in Deutschland traten die Flüsse 1993/94 und 1995 kilometerweit über ihre Ufer. Besonders folgenschwer sind die häufigen Überschwemmungen in den dichtbesiedelten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Tiefebenen Chinas. Ungewöhnlich heftige Regenfälle auf waldlose geneigte Flächen haben oft schwere Erdrutsche zur Folge, so zum Beispiel 1987 in Kolumbien, wo mehr als 100 Menschen bei einem solchen Erdrutsch ums Leben kamen. In Küstenlandschaften gehören Flutwellen zu den mit Abstand bedrohlichsten Naturkatastrophen. Berüchtigt sind die Tsunamis im pazifischen Raum, die durch Seebeben ausgelöst werden und weite Küstenstriche mit ihren bis zu 40 Meter hohen Wellenbergen verwüsten, so zuletzt 1993, wo mindestens 100 Menschen an der Pazifikküste Japans Opfer eines Tsunamis wurden. Die meisten Todesopfer bei Naturkatastrophen forderten aber in den letzten Jahren die weiträumigen Überschwemmungen nach Sturmfluten. Hier ist vor allem Bangladesch zu nennen, wo 1991 140.000 Menschen ums Leben kamen. Die im Golf von Bengalen häufig auftretenden und nach Norden ziehenden tropischen Wirbelstürme treiben die Wassermassen über das dichtbesiedelte Tiefland Bangladeschs, überfluten nicht nur das gesamte Gangesdelta, sondern auch bisweilen die Hauptstadt Dhaka.

Wirbelstürme:

Nach Schätzungen gehen ca. 20% der jährlich verursachten Schäden auf das Konto schwerer Stürme (vor allem Hurrikans, die im Pazifischen Raum auch Taifune genannt werden, und Tornados). Zu den Gebieten mit der größten Sturmhäufigkeit gehören neben dem Golf von Bengalen der mittlere Atlantik, der östliche Pazifik, der südwestliche Indische Ozean bei Madagaskar und Mauritius (Mauritius-Orkane) sowie die Meeresgebiete nördlich von Australien (Willy Willies). Am häufigsten treten sie in den Sommer- und Herbstmonaten auf. Hurrikans, die beim Wandern in die gemäßigten Breiten auf ein Tiefdruckgebiet des Westwindgürtels stoßen, können neue aufleben und die Orkantiefs über den Britischen Inseln verursachen. Wesentlich kleiner als Hurrikans sind die vor allem im amerikanischen Mittelwesten vorkommenden Tornados, deren zerstörerische Kraft aber nicht zuletzt durch die viel höhere Windgeschwindigkeit ( rd. 600 Stundenkilometer ) wesentlich größer ist. Tornados hinter -lassen meist ein schmales Band völliger Zerstörung. Zu den größten Sturmkatastrophen der jüngsten Vergangenheit zählt der Taifun "Thelma" , der 1991 die Philippinen heimsuchte und rund 500 Menschen das Leben kostete, sowie der Hurrikan "Andrew", der 1992 in den USA Schäden von mehr als 7 Milliarden Dollar verursachte.

Tornados: Tornados richten immer wieder verheerende Schäden an zum Beispiel Überschwemmungen, das Wort Tornado kommt ursprünglich aus dem Spanischen "tomar" und heißt drehen. Tornados treten vor allem in den Great Plains von Nordamerika auf, und zwar wenn kleine Luftmassenpakete schnell aufsteigen und sich dabei hoch auftürmende, schnelldrehende Windschlote . bilden, die dann über das Land hinwegziehen. Dabei saugen sie alles, was sich ihnen in den Weg stellt,. an und wirbeln es in die Luft. Tornados können eine Drehgeschwindigkeit von 640 km/h erreichen. Damit können sie sogar Züge hochheben, als wären es Pappkartons. Über dem Meer wirbeln Tornados Wasserfontänen auf. Wenn ein solcher Tornado das Festland erreicht, fällt das Wasser über dem Land herunter, dann kann es vorkommen, dass es Fische und Krabben regnet. In Nordamerika gibt es jedes Jahr etwa 640 Tornados. Tornados können mehr zerstörerische Energie aufweisen als eine Atombombe vom Typ Hiroshima. Aber warum gerade so viele Tornados in Amerika? - Weil hier alle Zeichen auf Sturm und Gewitter stehen - Voraussetzung für die Tornado-Bildung. Dazu kommen noch Windströme mit verschiedenen Temperaturen und Feuchtigkeitsgraden. Konkret: Die feuchtheiße Luft aus dem Golf von Mexico trifft auf höhergelegene Kaltluftschichten aus den Rocky Mountains. Schwere Kaltluft und leichte Warm -luft vermischen sich, die gefährlichen Wirbel entstehen. Auch in Deutschland gibt es 5 bis 10 Wirbelstürme jährlich, die Schäden waren bisher immer relativ gering, den wütenden Wirbelwinden hierzulande geht meist zeitig genug die Puste aus.

Hurrikans: Hurrikans sind gewaltige tropische Stürme, die vor allem im Spätsommer oder Frühherbst auftreten. Sie haben ihren Ursprung über warmen, äquatornahen Meeren, dort steigt warme Luft über einem großen Gebiet auf und bildet riesige, wasserdampfgesättigte Wolkensäulen. Kalte Luft strömt am Boden nach, und so entsteht ein riesiger Wolkenwirbel, der sich über das Meer wegbewegt. Hurrikans lassen tausende Tonnen Regen fallen und verursachen Winde von bis zu 320 km/h. Wenn sie auf Land treffen können sie großen Schaden anrichten. Ein Hurrikan kann über viele Kilometer reichen, in seiner Mitte herrscht immer Windstille; diese wird als "Auge des Hurrikans" bezeichnet und hat in der Regel einen Durchmesser etwa 48 km. Hurrikans nennt man auch Taifune oder tropische Zyklonen.

Dürren und Temperaturextreme:

Dürre ist ein Zustand extrem hohen Wassermangels durch Niederschlagsmangel bei hohen Temperaturen und geringem Bodenwasservorrat. Dieser bewirkt Pflanzenschädigungen und Ertragsausfall. In randtropischen Gebieten, wie zum Beispiel der Sahelzone Afrikas, kommt es durch Ausbleiben der Regenzeit immer wieder zu Dürrekatastrophen, durch die Tausende von Menschen vom Hungertod bedroht sind. Die zunehmende Besiedlung und Urbarmachung dieser Räume verschärft das Problem zusätzlich. Außerhalb der Randtropen sind Kasachstan, Südrussland, der Nordwesten Chinas sowie die westlichen Great Plains der USA. Beispiele für Gebiete mit einem relativ hohen Dürrerisiko. Aber nicht nur Extreme bei den Jahresniederschlägen, sondern auch Temperaturextreme bewirken katastrophenähnliche Zustände. So vernichtete 1990 eine ungewöhnliche Frostperiode fast die gesamte Zitrusernte Kaliforniens. Im Jahr 1988 starben in Südosteuropa bei einer Hitzewelle mit Temperaturen über 40C fast 100 Menschen. Staubstürme werden oft in Verbindung mit Dürreperioden gebracht. Bei Dürreperioden kann es zum Klimaumsturz kommen. So war es zum Beispiel schon einmal in Melbourne. Wegen zu hohen Temperaturen tobten im Osten Australiens sogar Buschfeuer und forderten mehr als 90 Menschenleben. Auch das südliche Afrika, Indien, Sri Lanka und sogar Hawaii wurden von Dürreperioden heimgesucht. Buschfeuer breiteten sich über Java und Sumatra aus und ließen wildgewordene Elefanten auf der Suche nach Wasser ganze Dörfer niedertrampeln.

Schutz vor Naturkatastrophen:

Vor Naturkatastrophen kann man sich nicht richtig schützen, da es für den Menschen unkontrollierbare Kräfte sind, und sie trotz Frühwarnsystemen überraschend kommen. Aber es gibt trotzdem Gebiete wo Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Zum Beispiel Erdbebensichere Gebäude, die aus Stahlbetonkonstruktion auf einem Betonsockel gebaut sind, viele Wolkenkratzer in San Francisco sind so gebaut. In den USA, vor allem in den Staaten Texas, Florida, Oklahoma, Kansas und Nebraska haben die Leute in der Regel Schutzräume in ihren Häusern.

Literaturangabe:

- Bertelsmann Lexikothek. Wissens - Center.

- 1001 Daten und Fakten über die Erde. Karl Müller Verlag. Erlingen. 1993

- Die große Sintflut. Urania Verlag in Leipzig, Jena, Berlin. 1988

- Schlag nach. Hg. Meyers - Lexikonredaktion. Mannheim. 1996

- Treibhaus der Erde. Westermann - Verlag. Braunschweig. 1990

 

Copyright © 1999 Kristin Thierfelder