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Die Aufklärung

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Immanuel Kant (1724-1804)

Das ist der Wahlspruch der Aufklärung, der Bewegung des 17. und 18. Jahrhunderts, die sich gegen den Autoritätsanspruch von Kirche und absolutistischen Staat wendet. Vorkämpfer der Aufklärung fordern dazu auf, sich aus der Vormundschaft der Herrschen den zu befreien, die ihren Untertanen das Denken abgenommen, wenn nicht gar verboten haben. Wichtigster Begriff ist die Vernunft, die Fähigkeit des Menschen, Dinge wahrzunehmen und einzusehen, ergänzt durch "Ratio", dem Vermögen, klar zu denken, Entscheidungen aufgrund von Fakten und nicht nach vorgegebenen ideologischen Ansichten zu treffen. Als oberste Ziele gelten die Erkenntnis der Wahrheit, das Erfassen der Realität des Lebens sowie die Hinführung zur Einsicht, dass sich alles auf natürliche Weise erklären lasst.

Die Entstehung der Aufklärung

Die Aufklärung entstand auf der Grundlage der kapitalistischen Entwicklung in fortschrittlichen Ländern Europas: England, Frankreich, Niederlande, Deutschland. Zur Steigerung der Produktivität suchte das Bürgertum nach neuen Erkenntnissen über die Natur. Wissenschaftler wie Galilei, Kepler, Torricelli, Newton, Galvani und Lavoisier gewannen Erkenntnisse, die den bisherigen Überzeugungen der Kirche widersprachen und zeigten, dass die Vorgänge in der Welt auf Naturgesetzen und nicht auf einem göttlichen Willen beruhen. Alles was in der Gesellschaft als "unnatürlich" galt - Vorrechte des Adels, Despotismus der Fürsten, Verbote der Kirche gegen Forschung - sollte beseitigt werden.

Der Verlauf der Aufklärung

In Frankreich führte die Aufklärung zur Revolution, zur Beseitigung der feudalen Verhältnisse. Deutsche Aufklärer konnten sich auf die Erkenntnisse der englischen, französischen und holländischen Denker und Dichter stützen, da die Aufklärung in Deutschland erst später einsetzte. Dennoch waren die Bedingungen schlecht: Die Wirtschaft war durch den Dreißigjährigen Krieg stark geschwächt, Deutschland bestand aus vielen kleinen Fürstentümern und die Bevölkerung war von der Obrigkeit abhängig. Deshalb setzten viele Aufklärer auf die Hoffnung, den Adel und die Fürsten für die aufklärerischen Ideen gewinnen zu können. Diese gaben sich jedoch nur scheinbar als "aufgeklärte Monarchen" und bekämpften die Aufklärer, sobald sie ihre Macht durch sie gefährdet sahen.

Die Aufklärer

Viele berühmte Schriftsteller, Dichter und Philosophen zwischen 1600 und 1790 waren aktive Aufklärer und fassten die bürgerlichen Anschauungen der Aufklärung in ihre Dramen, Erzählungen, Dichte und Romane.

1620 - Francis Bacon : "Die große Erneuerung"

1651 - Thomas Hobbes : "Leviathan"

1672 - Samuel von Pufendorf : " Vom Natur- und Völkerrecht"

1688/89 - Christian Thomasius : "Freimütige Gedanken"

1713 - Christian von Wolff : "Von den Kräften des menschlichen Verstandes"

1719 - Daniel Defoe : "Robinson Crusoe"

1726 - Jonathan Swift : "Gullivers Reisen"

1730 - Johann Christoph Gottsched : "Versuch einer kritischen Dichtkunst"

1731-43 - Johann Gottfried Schnabel : "Die Insel Felsenburg"

1779 - Gotthold Ephraim Lessing : "Nathan der Weise"

1784 - Immanuel Kant : "Was ist Aufklärung?"


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